Ich freue
mich so sehr😄,
ich bin in das Schreibzeit-Programm des Instituts für
Jugendliteratur aufgenommen worden!!! Ich kann Euch sagen, das ist nicht von
heute auf morgen passiert, sondern ich musste doch erst viele Erfahrungen
machen und zu neuen Erkenntnissen gelangen, bis ich soweit war.
Am
meisten weiter gebracht hat mich der Erfahrungsaustausch mit anderen
Autor:innen und die fantastischen Schreibseminare von
Karin Haller und Klaus Nowak vom Institut für Jugendliteratur, die ich
jedem:jeder angehenden Autor:in in Österreich ans Herz lege.
Ich habe
mir daraus sechs Tipps mitgenommen, die ich gerne mit euch
teilen möchte. So banal sie teilweise klingen, ich wünschte irgendwer hätte sie
mir am Anfang meiner "Schreibkarriere" mitgeteilt, dann hätte ich mir
viele sinnlose Einreichungen bei Verlagen ersparen können.
1. Schick immer den Anfang!
Hier gehts um die Einreichung bei einem Verlag. So banal das klingt, aber oft schreiben die Verlage, das man ein repräsentatives Kapitel schicken soll und dann tendiert man dazu vielleicht den Höhepunkt des Buches zu schicken. Das ist ein Topfen wie man in Wien so schön sagt! In den Seminaren habe ich erst gemerkt, wie verwirrend es ist, wenn man als Leserin mitten in die Handlung geworfen wird, trotz mitgeschickter Inhaltsangabe. Deswegen immer das erste Kapitel schicken!
2. Der erste Satz muss perfekt sein!
Man kann die Bedeutung des ersten Satzes eines Buches nicht überbetonen.
Es ist die Eintrittskarte ins Paradies. Diesen ersten Satz liest der:die
Lektor:in und bewertet dein Buch. Wenn dieser Satz nicht zündet, dann liest
er:sie nicht weiter und du kannst es vergessen. Deswegen schenke dein Augenmerk
diesem einen Satz ums Euzerl mehr als den
anderen.
3. Die Inhaltsangabe ist kein Teaser!
Zu Beginn habe ich das Exposé, also die Inhaltsangabe, die dem Verlag
mit einer Textprobe unbedingt mitgeschickt werden muss, sicher mit einem
Klappentext verwechselt. Sprich, ich wollte neugierig machen aufs Buch und bin
wie ein Werbeinserat mit ein bißchen Inhalt rübergekommen. Großer
Fehler!!! Das Exposé dient ausschließlich zur Prüfung dazu, ob die
Handlung interessant und schlüssig ist und zum Verlagsprogramm passt. Dazu
reicht maximal eine Seite mit dem wichtigsten Handlungsstrang und den
Hauptfiguren. Es muss auf keinen Fall jedes Detail und jede Nebenfigur
beschrieben werden! Ein Lektor bei der Buchmesse hat mir erzählt, er hasst
nichts mehr als "Marketingsprech" im Exposé!
Die Geschichte mit einer Seite zu beschreiben ist natürlich eine Megaherausforderung, besonders
bei umfangreicheren Romanen wie Fantasytrilogien. Dazu ein Tipp von Karin
Haller vom Institut für Jugendliteratur: Fang mit einem Satz an, was ist der
Konflikt in dem Buch, um was geht es auf einer superhohen Flughöhe. Wenn man
den Satz hat, schafft man auch den Rest innerhalb einer Seite!
4. "Kill your favourites."
(© Karin Haller) Das war immer das Härteste bei den Feedbackrunden in
den Schreibseminaren, das Hinterfragen von Figuren in deiner Geschichte.
Braucht die Handlung wirklich alle deine Figuren? Auch wenn sie originell und
witzig sind, tragen sie wirklich zur Handlung bei? im Zweifel trenne dich
von ihnen und du wirst sehen, die Handlung wird luftiger werden.
5. Finde dein Schreibrudel!
"...when
winter is coming the lonesome dies and the pack survives..." (GoT)
Diese Seminare sind auch deswegen so super, weil man dort auf Gleichgesinnte
trifft, die so ähnlich ticken wie du. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber
in meinem unmittelbaren Umfeld finde ich es oft schwer, Leute zu finden, die
mir für meine Geschichten ehrliches Feedback geben oder überhaupt die Zeit
haben, mein Zeug zu lesen. Schließe dich zusammen mit anderen dir sympathischen
Autor:innen zu einem Lesezirkel. Abgesehen von dem Austausch wichtiger
Informationen zu Wettbewerben und sonstigen Tipps, ist das gegenseitige
Feedback zu deinen Geschichten extrem wertvoll!
6. Kreativität ist ein Muskel, trainiere ihn!
Das ist
noch abschließend ein persönlicher Tipp von mir. Manchmal hat man das Bild von
einer Muse, einer bildgewordenen Inspiration vor Augen und wenn die einen
küsst, dann hat man eine Geschichte im Kopf und die schreibt man dann runter.
Ich habe die Erfahrung gemacht, je mehr ich schreibe, umso mehr sprühen die
Ideen und umso lockerer geht mir das Schreiben von der Hand. Auch bei
Schreibblockaden versuche ich weiterzuschreiben, halt nicht genau bei der
Geschichte, die ich grad bearbeite, sondern ich wende mich einer anderen
Geschichte zu und versuche die zu überarbeiten oder ich übe mich an einer
möglichst kurzen Inhaltsangabe oder schreibe einen Blogeintrag oder suche mir
einen Wettbewerb zu dem ich was einreichen kann (Tipp: Wettbewerbe - Treffpunkt Schreiben). Hauptsache
ich trainiere meinen Schreibmuskel.
Wenn man
größere Pausen einlegt, dann braucht man auch wieder länger, um in den
Schreib-Flow zu kommen. Natürlich wenn man schon eine handfeste
Sehnenscheidenentzündung entwickelt bzw gerade eine Geschichte abgeschlossen
hat, dann kann man sich natürlich eine Pause gönnen, die kann auch richtig
wohltuend sein, aber eben dann doch nicht zu lang 😉
Hier
nochmal die im Eintrag erwähnten Links:
- Institut für
Jugendliteratur/Schreibseminare/Schreibzeit-Förderprogramm
- Schreibwettbewerbe im deutschsprachigen Raum

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen