Interview mit Autorin Elisabeth Steinkellner im Odeon


 



Ich habe mich ein wenig auf dem Jugendliteraturfestival im Odeon umgesehen und hatte das Vergnügen die Bekanntschaft der wunderbar sympathischen Autorin Elisabeth Steinkellner zu machen. Ihr Jugendroman „Diesen wilden Ozean, den wir Leben nennen“ ist einer meiner Favourites, auch ihre Kinderbücher und Gedichte sind voller Poesie.

bookonatable: Elisabeth Steinkellner, wo holst du dir Inspiration für deine Geschichten?

Elisabeth Steinkellner: Ich hole sie mir nicht, sie begegnet mir: in Geschichten, Büchern, Filmen, und daneben hat auch alles, was um mich herum gesellschaftlich und privat passiert, einen Einfluss. Oft ist es so, dass ich mehr Ideen habe als Zeit, sie umzusetzen. Ich bin keine Schnellschreiberin. Jede Idee in meinem Kopf braucht eine gewisse Zeit bis sie zu Papier geht, daher kann ich oft nur einen kleinen Teil meiner Einfälle umsetzen.

bookonatable: Wie lange brauchst du durchschnittlich, um ein Buch fertigzustellen?

Elisabeth Steinkellner: Das hängt davon ab, in welchem Genre ich schreibe. Bei Bilderbüchern mit wenig Text geht es schneller als bei Jugendbüchern mit viel Text. Bei einem erzählenden Buch ist die reine Schreibphase - wenn ich es schaffe kompakt und am Stück zu schreiben - so ein halbes bis dreiviertel Jahr. Darin sind meine zwei großen Überarbeitungsphasen bereits enthalten. Dann kommt das Buch zu einem Verlag und im Zuge des Lektorats bearbeite ich den Text nochmals.

Bookonatable: Schickst du deine Bücher nicht zu einem bestimmten Verlag?

Elisabeth Steinkellner: Mittlerweile schon, in Österreich bin ich hauptsächlich bei Tyrolia und in Deutschland bei Beltz&Gelberg, aber es gibt auch Bücher in anderen Verlagen. Ich entscheide das, wenn das Manuskript fertig ist. Ich schaue mir dann genau an, zu welchem Verlagsprogramm mein Text passen könnte.

bookonatable: Seit wann schreibst du regelmäßig und wie lange hat es gedauert, bist du von einem Verlag entdeckt wurdest?

Elisabeth Steinkellner: Ich habe mit 19 begonnen Gedichte zu schreiben, dann sind Kurzgeschichten dazu gekommen, aber ich hatte nie den konkreten Plan etwas zu veröffentlichen. Es gab dann diesen Glücksfall: Mein Freund Michael Roher [Kinderbuchautor und Illustrator, zB Kali kann Kanari] hat mich gefragt, ob ich ihm zu seinen Illustrationen eine Geschichte schreiben könnte. An Herrn Günther mit bestem Gruß!“, das war meine erste Kinderbuchgeschichte. Die hat er dann beim Romulus Candea Preis [ein Illustrator:innenwettbewerb für unveröffentlichte Kinderbuchprojekte] eingereicht und wir haben die Geschichte dem Jungbrunnen Verlag geschickt. Der hat das dann auch genommen. In dem Moment habe ich gewusst, das will ich unbedingt weitermachen.

bookonatable: Welcher Ratschlag hat dir geholfen auf dem Weg zur hauptberuflichen Schriftstellerin?

Elisabeth Steinkellner: Mein Leitfaden war immer, mir und meinem Schreiben treu zu bleiben. Ich orientiere mich nicht an Trends. Ich schreibe nur das, was mir wirklich wichtig ist und nicht was sich vielleicht gut verkaufen lässt.

bookonatable: Kannst du uns ein aktuelles Kinderbuch empfehlen?

Elisabeth Steinkellner: Derzeit lese ich gemeinsam mit meiner Tochter das Buch „Ida Butterblum und die Tür nach Anderswo“ von Irmgard Kramer, erschienen 2023 beim Verlag Arena und wir sind sehr begeistert.

Mehr über die Autorin: Elisabeth Steinkellner




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