Showing versus Telling: Tipp Tamara Bach





Was spricht dich in einem Buch an? Eine spannende Geschichte, die dich in ihren Bann zieht oder die originellen Charaktere, die dich in die Geschichte hineinsaugen und mit denen man sich identifizieren kann/will? Wohl etwas von beiden? Gerade in der Jugendliteratur dominiert das "Showing", also viele Dialoge und die Unmittelbarkeit, mit denen man an den Hauptfiguren dran ist. Das ist sicher auch eine der größten Herausforderungen beim Schreiben (für mich zumindest), nicht immer in den Erzählstil zu verfallen ("Telling"). Denn man möchte den LeserInnen so viele Informationen wie möglich über die Figuren übermitteln und da ist es natürlich viel einfacher, wenn man die im Märchenstil runterratscht, anstatt sie in Dialoge und persönliche Gedanken zu verpacken. Wer sich schwer tut mit der Beschreibung von Gefühlen und der Vermittlung seiner Geschichte anhand von Handlung, dem sei der Klassiker "Marsmädchen" von Tamara Bach empfohlen. Wie kaum eine andere schafft sie es, ihre Coming-Out Geschichte der vom Kleinstadtleben gelangweilten 15jährigen Miriam mit einer Intensität zu beschreiben, die seinesgleichen sucht. Das gelingt ihr dadurch, dass die Handlung ausschließlich von der Gefühlswelt der Ich-Erzählerin in Form von inneren Monologen und Dialogen getragen wird. Man verlässt quasi nie den Kopf der Hauptfigur. 
(Danke Pia für den Tipp!😘)

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